Montag, 9. September 2019

Bundesweiter Aktionstag gegen Tönnies am Freitag, 13. September 2019 vereint Gewerkschafter*innen, Bürgerrechtler, Umwelt-Aktivisten, Tierschützer und aktive Fußballfans

Aktionen gegen Tönnies-Fleisch in Supermärkten und Stadien. Zentrale Demonstration in Rheda-Wiedenbrück. Twitter-Hashtag: #Fr13Toennies


Am vergangenen Donnerstag, 1. August 2019 demontierte sich der Fleisch-Baron Clemens Tönnies durch eine denkwürdige Rede vor der Kreishandwerkerschaft Paderbon-Lippe selbst.
Kurz zuvor hatte die aktion ./. arbeitsunrecht auf ihrer Webseite bekannt gegeben, dass Tönnies zur Zielscheibe des Aktionstags #FREITAG13 gegen Horror-Jobs am 13. September 2019 wird.
Tönnies schlug vor, statt den Klimawandel mit höheren Steuern zu bremsen – die etwa Tönnies‘ ökologisch verheerende Produktionsweise bestrafen müssten –, solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. Tönnies Begründung dafür: „Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn’s dunkel ist, Kinder zu produzieren.“

Elmar Wigand, Pressesprecher der aktion arbeitsunrecht, erklärt dazu:
Tönnies Äußerungen sind auf Beatrix von Storch-Niveau. Sein bizarrer Gedankengang, verbindet Rassismus und Kolonialismus mit militanter Anti-Ökologie.
Das ist keine unbedachte Entgleisung; Tönnies offenbart ein verfestigtes, stramm rechtes, psychotisches Weltbild.

Die aktion ./. arbeitsunrecht freut sich über die gelungene Starthilfe zur Kampagne #FREITAG13 durch den Schalke 04-Vorstandsvorsitzenden und Schweinefleisch-Milliardär aus Rheda-Wiedenbrück. Elmar Wigand:
Besser als Clemens Tönnies es vor der Paderborner Handwerkerschaft getan hat, hätten wir den aggressiven Kern des System Tönnies kaum auf den Punkt bringen können.

Die aktion ./. arbeitsunrecht kritisiert folgende Aspekte an Deutschlands größtem Schweine-Schlachter Tönnies:


  • Massiver Missbrauch von Werkverträgen
  • Förderung einer kriminogenen Ökonomie durch Sub-Unternehmer, Tochter-Unternehmen und Zulieferer
  • Brutale Ausbeutung von Bulgaren, Rumänen und anderen Wanderarbeitern am Arbeitsplatz
  • Unmenschliche Wohnverhältnisse für Wanderarbeiter
  • Grausame Vernutzung von Tieren
  • Sinnloser Transport durch europaweite Einfuhr von Tieren und weltweite Ausfuhr von Fleisch
  • Gigantischer Wasserverbrauch zu Lasten des Gemeinwesens
  • Arbeitsplatzvernichtung: Zerstörung regionaler Wirtschaft durch Preisdumping und planmäßigen Aufkauf von Schlachthöfen in Deutschland und Europa, um sie zu schließen

Campaignerin Jessica Reisner erläutert die Strategie:
Es gilt den Konzern dort zu treffen, wo es weh tut. das sind Supermarkt-Regale und Stadion-Imbisse.
Wir wollen Kunden, Einzelhändler und Fußball-Clubs animieren, auf Tönnies-Produkte zu verzichten.

Tönnies skrupellos produziertes Billig-Fleisch steckt hinter den Aldi-Marken Tillmanns und Landdiele. Tönnies beliefert auch Lidl. Ihm gehören die Marken Böklunder, Gutfried, Hareico, Redlefsen (und weitere Marken der Zur Mühlen Gruppe).
Tönnies produziert selbstverständlich auch die Stadion-Wurst von Schalke 04. Vermutlich ist er Lieferant weiterer Clubs.

Bündnisse schließen

Die aktion ./. arbeitsunrecht kooperiert mit Gewerkschaften, Umweltschützer*innen, Bürgerrechtlern und aktiven Fußballfans. Die Initiative sucht den Schulterschluss mit Fridays for Future (FFF) und unterstützt den globalen Streiktag, den FFF für Freitag, den 20. September 2019 ausgerufen hat.
Jessica Reisner lädt die Fridays for Future-Aktivist*innen zur Teilnahme ein:
Klimawandel und Umweltzerstörung sind nicht zu trennen von der kapitalistischen Wirtschaftsform.
Es gilt zu verstehen, wie die Fleisch-Krake Tönnies konkret funktioniert. Wir müssen sie gemeinsam stoppen.
Die aktion ./. arbeitsunrecht unterstützen den Antrag Schalker Fußball-Fans auf Ausschluss von Clemens Tönnies aus dem Verein.
Elmar Wigand meint dazu:
Ich gehe davon aus, dass Clemens Tönnies am Freitag, 13. September nicht mehr Schalke-Präsident sein wird.
Aber seine grausam produzierte Billig-Wurst wird vermutlich weiterhin auf Schalke präsent bleiben. Da liegt das Problem.

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#FREITAG13 Aktionen
Rheda-Wiedenbrück | 13. September 2019, 15:00 Uhr | Demonstration zum Tönnies-Schlachthof. Zentrale Veranstaltung für Westfalen, Münsterland, OWL | Treffpunkt: Bahnhof Rheda, 33378 Rheda-Wiedenbrück


Aktionen gegen System Tönnies mit großer Resonanz

In ganz Deutschland beteiligten sich rund 600 Personen an Protest-Aktionen zum Schwarzen #FREITAG13. September 2019 gegen Horror-Jobs und Ausbeutung. Ziel war der Tönnies-Konzern, dessen Dumping-Fleisch in den Marken Böklunder, Gutfried und den ALDI-Hausmarken Tillmann’s, Sölde, Landbeck und Rolffes steckt. 

Die größte Aktion fand in Rheda-Wiedenbrück statt: Eine Demonstration mit rund 200 Teilnehmern zog vom Bahnhof, wo sich zunächste rund 300 Personen zur Kundgebung versammelt hatten, zum Tönnies-Schlachthof. Der Schweine-Oligarch Clemens Tönnies ließ es sich nicht nehmen, persönlich an einer Gegenveranstaltung teilzunehmen. Rund 30 Tönnies-Getreue und Carnivoristen (militante Fleischbefürworter) grillten unter dem bizarren Motto „Fridays for Fleisch“. Sie sangen „phantasievolle“ Melodien wie „Fleisch ist Fleisch“ (zur Melodie des 80er-Jahre-Hits „Live ist Life“ der Band Opus).

Die zahlenmäßig stark überlegenen Tönnies-Kritiker skandierten „Tönnies gehört abgeschafft!“




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