Dienstag, 12. Februar 2013

Schwarz-Erle - Anspruchsloser Baum erregt Argwohn unter Naturschützern

Kräftiges Wachstum: Einjährige Schwarz-Erlen am neu angelegten
Eselsbach in Leopoldshöhe-Asemissen


Als hervorragender Uferschutzbaum und typische Pionierbaumart ist die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) vielerorts entlang von Bächen, in Bruch- und Auenwäldern bestandsbildend. Die von der Schwarz-Erle dominierten Bruchwälder gehören zu den Waldgesellschaften mit der höchsten Anzahl gefährdeter Pflanzen- und Tierarten und bieten Lebensraum für über 150 Insektenarten incl. 75 Schmetterlingsarten, mehreren Dutzend Vogelarten und über 70 Großpilzarten. Dennoch gibt es bei vielen Naturschützern Bedenken.


Die Früchte der Schwarz-Erlen verbleiben sehr lange am Baum ("Winter-Steher") und dienen in dieser Zeit vielen Vogelarten als wichtige Nahrungsquelle, z.B. Erlen- und Bergzeisig sowie Stieglitz. Das Laub hat aufgrund seines hohen Stickstoffgehaltes eine stark bodenverbessernde Wirkung und ergibt guten Humus, die Laubstreu wird besonders rasch zersetzt und ist bereits im späten Frühjahr des Folgejahres vollständig verschwunden, die Blätter werden auch im Wasser leicht zersetzt. 

Erfahrungen mit dieser Baumart an Tümpeln und Teichen, Weihern oder auch Regenrückhaltebecken führen dazu, dass es unter vielen Naturschützern mittlerweile aber ernste Bedenken und große Vorbehalte gibt, ob diese Pionierart, die besondere Anpassungen an die Besiedlung neuer, noch vegetationsfreier Habitate besitzt, trotz vieler ökologischer Vorteile wirklich überall toleriert und im Wuchs gefördert werden sollte.

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