Mittwoch, 20. Mai 2015

BUND Lemgo startet Projekt zum Thema Apfelallergie

Lemgo, 20.05.2015: Seit Jahren sammelt der Lemgoer Ortsgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Meldungen von Apfelallergikern welche Apfelsorten sie vertragen und welche nicht und stellt die Auswertung ins Internet.


Auf dieser Internetseite gibt es zahlreiche weitere Informationen zum Thema. Viele Apfelallergiker erfahren so erstmals, dass es durchaus Äpfel gibt die sie problemlos essen können. Einer dieser Allergikerinnen hat nun eine interessante Entdeckung gemacht. Nach jahrelangem Verzicht auf Äpfel hat sie begeistert regelmäßig wieder Äpfel der verträglichen Sorten konsumiert und durch Zufall noch einmal einen zuvor unverträglichen Golden Delicious probiert und festgestellt, dass dieser nun keine allergischen Reaktionen mehr verursachte. Es wurde offensichtlich eine Desensibilisierung erreicht. Umfragen des BUND Lemgo haben ergeben, dass weitere Apfelallergiker diese Erfahrung gemacht haben. 

Diese Berichte haben bei Professor Dr. Bergmann vom Allergiezentrum der Berliner Charité großes Interesse geweckt. In Kooperation mit dem BUND Lemgo und Obstanbauern möchte er in einer wissenschaftlichen Studie einmal untersuchen, ob diese Erfahrung für einen größeren Teil der Betroffenen zutrifft und ob hier ein alternativer Behandlungsansatz durch regelmäßigen Apfelkonsum verträglicher Apfelsorten möglich ist. Mit bisherigen Behandlungsansätzen gibt es laut seiner Aussage nur eine Erfolgsquote von 50 %. Zugleich soll im Rahmen der Untersuchung bestätigt werden, dass viele der alten Apfelsorten problemlos von Apfelallergikern vertragen werden. Mit im Boot bei dieser geplanten Studie ist noch das Institut für Lebensmitteltechnologie der Hochschule OWL die u.a. den Polyphenolgehalt der Apfelsorten untersuchen werden. 

Gesucht werden nun Apfelallergiker, die Interesse haben sich an der Studie zu beteiligen. Weitere Informationen erhalten diese unter kontakt@bund-lemgo.de. Ziel des BUND-Projektes ist es auch über die Apfelnachfrage nach alten Sorten zu erreichen, dass diese erhalten werden. Da diese vorrangig auf Hochstammbäumen angebaut angebaut werden wäre dies auch ein Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiesen mit seinen vielfältigen Tier- und Pflanzenarten.

BUND Lemgo
Willi Hennebrüder
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Kaiser Wilhelm

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